
Die Belastung des Grundwassers in Delitzsch beschäftigt seit Monaten zahlreiche Bürgerinnen und Bürger. Mit einem neuen Vorstoß will Kreisrat Jens Müller erreichen, dass weitere Möglichkeiten zur Sanierung geprüft werden. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob die Schadstoffquellen durch einen gezielten Bodenaushub schneller und nachhaltiger beseitigt werden können.
Seit Februar 2026 gilt in weiten Teilen von Delitzsch ein Entnahmeverbot für Grundwasser. Ursache sind chemische Altlasten einer ehemaligen Reinigung in der Laueschen Straße. Über Jahrzehnte gelangten dort gesundheitsschädliche Stoffe in den Boden und das Grundwasser. Inzwischen hat sich die Belastung über ein größeres Gebiet ausgebreitet. Für zahlreiche Grundstückseigentümer bedeutet das, dass sie ihre Brunnen vorerst nicht mehr nutzen dürfen.
Obwohl bereits seit vielen Jahren Sanierungsmaßnahmen durchgeführt werden, ist eine abschließende Lösung bislang nicht erreicht. Für die betroffenen Anwohnerinnen und Anwohner ist diese Situation mit erheblichen Unsicherheiten verbunden.
Neue Wege bei der Sanierung prüfen
Mit seinem Vorstoß möchte Kreisrat Jens Müller, der selbst im betroffenen Gebiet wohnt, Bewegung in die Diskussion um die Grundwassersanierung bringen. Konkret soll geprüft werden, ob die Schadstoffquellen im Boden durch einen gezielten Aushub entfernt werden können und ob dieses Verfahren eine sinnvolle Ergänzung oder Alternative zu den bisherigen Sanierungsmaßnahmen darstellt.
Dabei geht es insbesondere um die technische Machbarkeit, die zu erwartende Wirksamkeit und die Frage, ob sich die Schadstoffbelastung auf diesem Weg schneller und dauerhaft reduzieren lässt.
Unser Ziel muss sein, nicht nur die Ausbreitung der Schadstoffe einzudämmen, sondern möglichst auch ihre Ursachen zu beseitigen. Dafür müssen alle fachlich geeigneten Sanierungsmöglichkeiten ergebnisoffen untersucht werden.
Gesundheitsschutz und Transparenz haben Vorrang
Für die SPD Delitzsch steht fest: Der Schutz der Gesundheit der Bevölkerung und unserer natürlichen Lebensgrundlagen muss oberste Priorität haben. Die Menschen in den betroffenen Gebieten brauchen Klarheit darüber, wie sich die Belastung entwickelt, welche Maßnahmen ergriffen werden und welche Perspektiven für eine langfristige Sanierung bestehen.
Gleichzeitig müssen die zuständigen Behörden transparent über den Fortgang der Untersuchungen und die Ergebnisse möglicher neuer Sanierungsansätze informieren.
Die Grundwasserbelastung darf nicht zu einem Problem werden, mit dem sich die Delitzscherinnen und Delitzscher auf unbestimmte Zeit abfinden müssen. Deshalb unterstützen wir die Prüfung zusätzlicher Sanierungsmöglichkeiten und setzen uns für eine nachhaltige Lösung ein.
Denn sauberes Grundwasser ist keine Selbstverständlichkeit, sondern eine wichtige Lebensgrundlage, die wir auch für kommende Generationen schützen müssen.
